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Claude Code ehrlich erklärt: Die 10 Slash-Befehle, die du wirklich brauchst

In meinem Feed kursieren "Claude-Codes" wie /ghost oder X10. Klingt spannend – ist aber meistens Schmu. Die echten Befehle sind weniger sexy, aber sparen dir Stunden.

Einleitung

Was gerade in meinem Feed kursiert

Gestern scrollt mich ein LinkedIn-Post an: "Die 5 geheimen Claude-Codes, die deine Produktivität explodieren lassen." Screenshots, große Ansage, 600 Likes.

Ich mach das Ding auf und lese: /ghost, /punch, X10, HARDMODE, /skeptic. Klingt nach Geheimtipps aus dem Entwicklerchat.

Nur: Die Hälfte davon sind gar keine Befehle.

Das sind einfach Wörter. Du schreibst sie in deinen Prompt, und Claude tut so, als würde er sie verstehen. Weil Claude Sprache versteht. Nicht weil da eine geheime Mechanik läuft.

Das ist ungefähr so, als würde dir jemand verraten: "Wenn du beim Ober BITTE LECKER sagst, bringt er dir besseres Essen." Kann passieren. Ist aber kein Code. Ist Höflichkeit.

Was ein echter Slash-Command ist

Claude Code ist das Terminal-Tool von Anthropic. Du installierst es, öffnest es im Terminal, und du arbeitest mit Claude direkt in deinem Projektordner. Für Leute, die Websites bauen, Content-Workflows automatisieren, Code schreiben.

Darin gibt es echte Befehle. Die fangen mit / an und tun tatsächlich was. Nicht weil Claude nett ist. Sondern weil das Tool sie ausführt.

Hier sind die 10, die ich täglich nutze. Keine Tricks. Keine Mythen. Einfach Werkzeuge, die funktionieren.

1. /clear

  • 1. /clear

Macht den Chat leer. Du hast zwei Stunden an einer Website gebaut, jetzt willst du was anderes machen. /clear räumt auf — Claude vergisst den alten Kram und startet frisch.

Warum das hilft? Je voller der Chat, desto mehr "denkt" Claude zurück. Er wird langsamer, macht mehr Fehler. /clear ist wie ein frisches Blatt Papier auf dem Schreibtisch.

  • 2. /compact

Für wenn du im Thema bleiben willst, aber der Chat zu lang wird. Claude fasst alles bisher Gesagte zusammen und arbeitet mit der Kurzversion weiter. Kontext bleibt, Ballast fliegt raus.

Der Unterschied zu /clear: Du vergisst nichts. Du komprimierst nur.

  • 3. /model

Wechselt das Modell mitten drin. Brauchst du schnelle Antworten zum Brainstorming? /model sonnet. Jetzt kniffliges Problem, das Tiefe braucht? /model opus.

Stell dir vor, du hast einen Schraubenzieher und einen Akkuschrauber im Werkzeugkasten. Für eine Schraube reicht der eine. Für 100 Schrauben willst du den anderen. Gleiches Prinzip.

  • 4. /init

Erzeugt eine CLAUDE.md in deinem Projektor...

Erzeugt eine CLAUDE.md in deinem Projektordner. Das ist das Handbuch für Claude: Wo liegt was, wie heißt das Projekt, welche Regeln gelten.

Einmal geschrieben, liest Claude das bei jedem Start mit. Du musst ihm nicht jeden Tag erklären, dass deine Website in /website liegt und du auf Deutsch arbeitest.

  • 5. /memory

Öffnet Claudes Langzeitgedächtnis. Hier trägst du ein, was über Projekte hinweg gelten soll: "Ich arbeite auf Deutsch." "Ich mag keine Emojis." "Meine Zielgruppe sind Selbstständige, keine Techies."

Einmal rein, immer aktiv. Keine Wiederholung.

  • 6. /agents

Legt dir Subagenten an. Das sind kleine Spezial-Claudes für wiederkehrende Aufgaben. Einer für Research, einer für SEO-Prüfung, einer fürs LinkedIn-Schreiben.

Jeder hat seine eigenen Regeln, seine eigene Stimme, seine eigene Aufgabe. Wie ein Team, das du nicht bezahlen musst.

  • 7. /hooks

Automatik im Hintergrund. Beispiele: "Nach jedem Speichern den Linter laufen lassen." "Vor jedem Commit einen Screenshot machen." "Beim Schließen zuerst ein Backup ziehen."

Claude erledigt Sachen, die du sonst vergi...

Claude erledigt Sachen, die du sonst vergisst. Wie ein Butler, der die Tür schließt, bevor du zum Auto läufst.

  • 8. /resume

Setzt eine alte Konversation fort. Du hast gestern an einem Feature gearbeitet, heute willst du weitermachen. /resume — Claude weiß wieder, wo ihr wart.

Keine "Erinner mich nochmal, was wir gemacht haben"-Schleife. Einfach weiter.

  • 9. /cost

Zeigt dir, was die Session bisher gekostet hat. Unbequem, aber ehrlich: Claude — besonders Opus — kostet Geld. Wer seine Kosten nicht kennt, wundert sich am Monatsende.

Ich guck da mehrmals am Tag drauf. Nicht aus Geiz. Aus Bewusstsein.

  • 10. /review

Lässt Claude deinen Code prüfen. Du hast gerade was gebaut? /review — und er geht durch, findet Fehler, schlägt Verbesserungen vor. Wie ein Senior-Kollege, der schnell drüberguckt.

Ersetzt kein richtiges Code-Review. Aber fängt 80% der Flüchtigkeitsfehler ab, bevor sie jemand anders sieht.

Was das alles bedeutet

Was das alles bedeutet

Die meisten "KI-Produktivitäts-Tipps" in deinem Feed sind Prompt-Kosmetik. Funktionieren manchmal, manchmal nicht. Es ist Sprache, die andere Sprache kommentiert. Nicht mehr.

Echte Slash-Commands sind anders. Sie tun tatsächlich was. /clear räumt den Kontext auf. /compact spart dir Tokens. /cost zeigt dir die Rechnung. Kein Hokuspokus.

Wenn du Claude Code noch nicht nutzt: Ist für jeden, der regelmäßig Projekte am Rechner hat. Websites, Content, Automationen, Code. Die Installation dauert fünf Minuten.

Wenn du es schon nutzt: /init, /memory und /agents einmal sauber aufsetzen ist der größte Hebel. Der Rest baut darauf auf.

Das war's. Keine geheimen Codes. Keine Mythen. Nur Werkzeuge, die funktionieren — wenn man weiß, wie sie heißen.

Und ehrlich gefragt: Wie viele "Prompt-Hacks" aus deinem Feed funktionieren wirklich? Oder scrollst du gerade durch eine Mythologie?

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